Holterdipolter
31. August 2007 um 21:47 UhrUnser Blut fließt zäh und brennt in den Adern. Es fließt so unbeirrbar und kennt seinen Weg sicher. Kein allzu heftiges Pulsieren, kein Pochen, kein Unrhythmus. Sicherheit ist es, die es antreibt. Die Sicherheit in uns auserwählt zu sein. Die Sicherheit dem Richtigen zu folgen und zu vertrauen und seiner Festigkeit stets gehorchen zu müssen. Ein fester Schlag, der das Blut in uns antreibt. Durch nichts sind wir aus der Ruhe zubringen, sind gelassen und schmiegen uns in unser verwundetes Leben. Möchten endlich sein, wozu wir bestimmt scheinen und verstehen kaum, wie das Jetzt mit dem zusammenpaßt, was für uns vorbehalten schien. Das Brennen muss doch einen Grund haben, muss doch Berechtigung genug sein, uns das Recht geben, uns von den anderen so unterscheidbar zu fühlen. Wir gehorchen dem Brennen, das uns wie ein Motor treibt. Es treibt uns an, wir kennen keine Rast. Es war schon immer da. Es ist eins mit uns und kribbelt in uns und manchmal sogar zischt unser Blut in uns wie Magma, die zu Lava werden will, heraustreten will aus unserem Inneren und dann wiederum sich festsetzen will in unseren Blutbahnen und nur noch widerwillig vom Herzschlag getrieben sein will. Nur noch den eigenen Gesetzen gehorchend sich entziehen will aus dem Kreislauf. Und verwundet scheinen wir nur denen, die vom gleichen Schlag getrieben, nur denjenigen, die die Zähigkeit und das Brennen selber kennen. Ein verschworener Blick, der schnell getauscht wird, um dann doch aneinander vorbeizugehen. Ein müdes Aufwallen der gepeitschten Hoffnung, endlich am Ziel zu sein, flackert in uns auf. Endlich den Kreis derer betreten zu dürfen, die ihre Verwundung überstanden haben und denen das Brennen und ihr zähes Blut tatsächlich die Ruhe bringt, die uns jetzt nur vorschwebt. Die Hoffnung darauf nicht mehr darauf warten zu müssen, erkannt zu werden, das erhält das Zischen, Quellen und Brennen in uns. Nicht mehr bangen, sehnen und hoffen auf den Tag, an dem wir Geleit und Ruhe finden. Wir wollen schaffen und dabei endlich ruhen.