Ganesha

25. Februar 2007 um 20:07 Uhr

Sie unterhalten und ihr zur Verfügung stehen, sie erfüllen und inspirieren, das ist alles, was er will und – ob er will oder nicht –  alles, was er kann. Er kann sich nicht entziehen, er muss sie glücklich machen. Die schönsten Geschichten denkt er sich für sie aus, bringt Alltäglichkeiten in den buntesten Bildern hervor, die man überhaupt nur zeichnen kann und verschweigt zuverlässig seine Anbetung. Gibt sich ihr hin, als wäre seine Hingabe aus einem Zufall geboren. Liebe könnte gemutmaßt werden, aber jede Andeutung darauf wird von ihm weggewischt. Sein Fühlen, Horchen, Sein so zu benennen, wäre ihm zu wenig. Liebe scheint ihm ein zu fertiges Konzept, eine Idee, die von tausenden gelebt und geteilt wird, was er aber für sie spürt, das erscheint ihm neu, als gerade erst geboren. Er vermeidet alles Handeln, was den Abgleich mit Liebe zuließe.

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Alexandertechnik

24. Februar 2007 um 03:02 Uhr

Sie gleitet in den Tag. Ist froh, bleibt stehen, dreht sich um, verschraubt ihren Gang, der ein Stehen wird, ihre bewegungslosen Füße mit der Straße und bringt ihr Becken so in eine gekippte Haltung. Reckt den Kopf nach oben. Hält nach nichts Ausschau, guckt einfach hoch und bringt die Halswirbel in Streckung. Würde sich jetzt gerne mit beiden Händen durch die Haare fahren, aber eine Hand ist mit Halten beschäftigt. Hält einen Einwegbecher, der einer Schnabeltasse gleicht, ganz ergonomisch ausgerichtet mit gestrecktem Handgelenk. Spürt das Gewicht des Getränks, die Wärme des Getränks und ist froh, dass noch soviel da ist. Manche lecken und züngeln an dem Deckel herum, das findet sie ekelig.

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Zwischen Tür und Engel

10. Februar 2007 um 22:29 Uhr

Meistens hält er eh seinen Mund, so wie gestern, da hat er niemandem was entgegengehalten. War ein eleganter Nichtsnutz, der der Welt Enge zwar um sich spürte, aber der nicht an den einschnürenden Stricken zog, sondern ließ sich bereitwillig einschnüren.

Heute ist er anders. Detonierbereit nimmt er große Schlücke Rotweinschorle. Ein Faux Pas, bestimmt. So guten, intellektuellen, tiefen, schweren und roten Wein zu verwässern, aber die Kohlensäure nimmt das Saure. Er hat in eine 2l Mineralwasserflasche eine 1:1-Mischung gegossen. Trägt die nun mit sich in der Bahn. Alle Mitreisenden denken sicher, dass dies irgendein Wellness-Drink sei.

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