Benigne

10. April 2007 um 10:55 Uhr

Der Gang ist leer. Sie gehen nebeneinander. Von beiden Seiten fließt Licht in den Gang. Sie laufen durch eine Art Tunnel, der zwei Gebäudeteile miteinander verbindet. Die Sonne steht am höchsten Punkt und das durch die Fenster dringende Licht wärmt den Gang und lässt diesen Frühlingstag heiß erscheinen. Ihre Schritte werden von dem Bodenbelag gedämpft, so fällt es nicht auf, dass sie unregelmäßig läuft, um mit ihm Schritt halten zu können. Nicht, dass er es versäumen würde, auf sie zu achten, nur ist er wohl so in Gedanken, dass er nicht auf sein Gehtempo oder seine Schrittlänge achtet. Sie selbst denkt ja auch nur um ihn herum. Sie sprechen nicht miteinander, aber das ist gar nicht unangenehm oder gar erforderlich, miteinander zu sprechen. Ihr Kopf ist beinahe taub gedacht. Immer wieder denkt sie den einen Satz: “Ich hatte bisher das Gefühl, nur mir selbst verpflichtet zu sein, aber seitdem ich dich kenne – und  dabei war ich gar nicht darauf aus , einen Menschen zu finden – spüre ich, dass ich anders sein könnte.

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7. April 2007 um 21:15 Uhr

Der Blick wandert, wandert durch die Welt, etwas Schönes zu finden. Ein Lächeln, eine gelöste Bewegung, einen in schönen Farben gehüllten Körper. Auf dem Asphalt liegen große Blütenblätter eines Magnolienbaumes. Sie sind sehr schön, liegen dort und schmücken das Grau. Einige von ihnen sind zertreten, wurden übergangen, überfahren, es wurde achtlos auf ihnen Gewichte gelegt, die das zarte Weiß-Lila in ein schändliches Braun zu verwandeln wussten. Obwohl doch in diesem Braun gefärbt, sind sie noch immer schön. Liegen dort und schmücken selbst in diesem Zustand, dem man das Vergehen ganz deutlich ansieht, die Straße, kündigen das wärmerwerdende Wetter an, deuten auf all das Licht, das nun wieder in die Welt tritt. Beweisen, dass es immer weitergehen wird. Zeigen, dass es nichts nutzt, traurig zu sein, denn schon bald wird ein Schönes sich um das eigene Leben legen und die Sinne verzaubern.

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