Einschnitt
28. Mai 2007 um 13:27 UhrIn den Raum eintauchend, sich selbst zulassen, an sich selbst verglühen, dafür sind wir hier.
Innerlich ganz erfüllt von Musik und Licht. Es ist okay, wenn hier nichts echt sein will, wenn alles nur für den Moment existieren will und es keine Verlässlichkeit kennt. Die verzerrte Dunkelheit, die von diffusen Lichtquellen durchbrochen wird, macht den Zauber aus. Lässt uns eintauchen, lässt uns zu, macht ein Verglühen möglich.
Wir gehen weiter. An Menschen vorbei, an Licht vorbei. Der Boden klebt. Das stört den Rhythmus, man versucht den Takt zu halten, so geschmeidig wie es eben geht. Die Augen möchten nachschauen, möchten sehen, was hier verzögert, möchten erkennen, aber das stört die Wellenbewegung, in der wir uns befinden. Die Musik, innen und außen, lässt einen Wirbelwind entstehen, der in gleichmäßigen Bögen um uns schwingt. Die entmündigten Augen werden geweitet, von dem Schein des Rhythmus’ und dem Klang des Lichtes. Werden gezwungen wahrzunehmen, werden zur Verbindung von Erhofften und Realisiertem, machen den Abgleich dazwischen und erfinden die Nuance, die neues Sehnen hervorbringt. Hier verkehren sich die Sinne, erweitern sich hier um die Kenntnisse und Fähigkeiten der anderen. Lassen uns Dinge auf Arten erfahren, die wir für unmöglich hielten. Groß und schön verkriecht sich Eins ums Andere nach außen. Unsere Gefühle werden geweitet und gedehnt. Wir lassen alles aus uns tröpfeln und nehmen doch gleichzeitig auf, einander und die Helligkeit der Töne und die Vibration des Lichtes. Aus einem stillen, leisen Tag sind wir gekommen, uns einzubetten in die Multiplizität des Raumes.
Wir sind hier, die Tiefe des Lichtes zu spüren, wenn es ganz ausgeschlossen wird und nur geckenhaft hier und dort aufflackern darf. Sich durch besondere Formen uns erkenntlich zeigt, sich hochdient in unserer Gunst, durch sein bemühtes Lodern erreichen will, dass es nicht vergessen wird. Es ist schließlich aus dem Raum gebannt und bittet und bettelt, ein wenig den Raum teilen zu dürfen. Wir lassen es uns gefallen. Gucken überdrüssig und selbstgefällig über die Schulter und nehmen seine Verrenkungen wahr, das bemühte Synchronisieren mit unserem Tanz. Haben das Wohlwollen der Umbuhlten, lassen uns unterhalten von der Lichtenergie. Wir, die doch in der eigentlichen Konstellation verbrennen würden an ihr. Finden endlich einen Platz zum Niederlassen. Genau gewählt. Groß und stark, die Energie, die wir aus uns fließen lassen wollen. Holen uns das nächste Element. Lassen es in uns fließen, haben es betäubt und portioniert. Lassen es solange fließen, bis wir unsere Gefühle geteilt haben. Hier ein wenig Güte, dort ein wenig Wohlwollen, einen Seufzer der Verachtung für den nächsten. Wir gefallen uns. Sitzen und genießen.