Milchsee und Butterberg

31. Juli 2007 um 01:23 Uhr

“Ich mochte die Untergangsstimmung total. Wie sich das Rot des Himmels über die ganze Welt ausgeschüttet hat. Weißt du, diese eine Szene, als die Frau auf Stöckelschuhen über die Straße gegangen ist und sich der Himmel in dem nassen Kopfsteinpflaster gespiegelt hat? Erinnerst du dich daran? Das absolut Großartige war für mich dann als Goldfrapps “Utopia” einsetzte.” Er redet und gestikuliert und in seinen Augen kann man erkennen, wie er sich die einzelnen Sequenzen vorstellt. Er sprüht vor Leben und redet dabei von einem Untergang.
“Ich mochte den Film so ein bisschen. Ich erkenne an, dass er sehr gut fotografiert ist und dass alle Schauspieler tatsächlich darstellen konnten, aber ich mag so Geschwängertes – egal wovon – nicht. Mir ist es lieber, wenn explizit ausgedrückt wird, was ausgedrückt werden soll.” Eigentlich ist der Film so gar nicht ihrer, aber wenn der beste Freund sich ereifert, ist es schwer, nicht wenigstens ein wenig objektiv zu loben.
Thomas greift nach ihrer Hand und schüttelt sie wild, das macht er häufiger.
“Menno, du bist mir in letzter Zeit zu depressiv. Du kleidest dich nur noch in Schwarzem und hast nicht genug Lebensfreude, einen düsteren Film wertzuschätzen. Wusstest du eigentlich, warum man bei Beerdigungen schwarz trägt?”

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